Was macht ein Student an einem freien Tag? Ausschlafen, faul sein, essen?!

Soweit das Klischee…Ich war heute an “meinem freien Tag” auf einer Fachtagung der GEW zum Thema „Alle Schüler in (m)einer Klasse!“ – Das Unterrichten in heterogenen Klassen” in Heidelberg. Die Empfehlung kam von einer Dozentin, und da mich das Thema interessiert, bin ich hingegangen.

Zu Beginn der Veranstaltung gab es eine kurze Vorstellung von der “Recycling-Band”, bestehend aus Schülern der Internationalen Gesamtschule Heidelberg, an der die Fachtagung auch statt fand. Gespielt wurde auf Kanistern und allerlei Dingen aus Plastik. Dazu noch ein Stück, wo die Schüler verschiedene Markennamen wie Adidas, Nike, Kangaroo etc zu einem Rhythmus in Sprechgesang vorgetragen haben. Wollten damit ausdrücken, das selbst beim Konsum nicht alle Jugendliche teilhaben können. Das klingt vielleicht jetzt komisch, aber in echt hat es sich wirklich toll angehört.

Vormittags gab es dann einen Vortrag und eine Podiumsdiskussion und nach dem Mittagessen gingen die Workshops los, für die man sich im Vornherein anmelden konnte. Ich hatte mich eingeschrieben für:

  • Entwicklung von Lehrerprofessionalität im Umgang mit kultureller Heterogenität und
  • Kooperative Lerntechniken für heterogene Lerngruppen.

Ersterer (sagt man das?) war zwar interessant aber insgesamt doch recht theoretisch. Lag vielleicht auch an meinem vollen Bauch nach dem Mittagessen und dem einsetzenden Leistungstief…

Der letzte Workshop hat mir gut gefallen. Es wurden mehrere Methoden des Kooperativen Lernens vorgestellt, die ich so noch nicht kannte, aber mir durchaus vorstellen kann zu nutzen…

Neben dem fachlichen Inhalt muss ich aber auch noch was anderes los werden: Das ganze “Drumherum” war toll organisiert. Für GEW-Mitglieder kostete die Tagung nur 5 €, dafür gab es früh Brezeln, Croissant, ganztätig Kaffee, zum Mittagessen ein super leckeres und total satt machendes Menü (Broccolisuppe, Schnitzel mit Spätzle, Mischgemüse, Salat von der Salattheke und als Highlight Mousse au chocolat zum Dessert – himmlisch) und zum Kaffee nochmal leckere Teilchen, Kaffee etc…Und wer wollte konnte sich noch eindecken mit den üblichen GEW-Fanartikeln wie Blöcken, Stiften, Radiergummis etc.. :) Paradies für einen Studenten!

Wem das jetzt zu fasselig war und zu viel Gerede über Essen und Geschenke, hier die offizielle Pressemitteilung dazu:

Tagung: 250 Lehrer/innen proben eine Schule für alle

Wie geht “Eine Schule für alle?” – Kultusministerium blockiert – Schulen planen trotzdem

Stuttgart, 28.01.2009Während die CDU/FDP-Landesregierung weiter alle Anträge auf längeres gemeinsames Lernen blockiert, lassen sich die Schulen davon nicht beeindrucken. Heute (28.01.) kamen aus ganz Baden-Württemberg 250 Lehrerinnen und Lehrer nach Heidelberg, um dort auf einer GEW-Tagung Konzepte für das Unterrichten in heterogenen Klassen zu diskutieren.

“Alle pädagogischen Profis im Land wissen, dass die Umetikettierung der Hauptschule in die Werkrealschule die Probleme unseres überholten gegliederten Schulsystems nicht lösen wird. Eine Schule, die für alle die bestmögliche individuelle Förderung in den Mittelpunkt stellt, verzichtet auf perfekt erscheinende Auslese- und Sortiermechanismen”, sagte am Mittwoch (28.01.) in Heidelberg Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die Bildungsgewerkschaft GEW setzt sich für längeres gemeinsames Lernen ein und stößt damit auf immer mehr Zustimmung im Südwesten. Statt der erwarteten 100 Teilnehmer/innen kamen heute 250 zur Fachtagung “Alle Schüler in einer Klasse”. Weitere Tagungen unter dem Motto “Wie geht Eine Schule für alle?” sind bereits geplant.

Heute hat das Statistische Landesamt die neuen Schülerzahlen vorgelegt. Danach sind die Schülerzahlen im laufenden Schuljahr um 23.000 gegenüber dem Vorjahr gesunken. “Ohne die Trennung nach der vierten Klasse, könnte man auch mehr wohnortnahe Schulen erhalten. Außerdem ist Bildung in Deutschland immer noch eine Frage der sozialen Herkunft. Nach der Grundschule verlieren vor allem Kinder aus ärmeren Familien den Anschluss. Unterricht, der für 33 einzigartige Schülerinnen und Schüler die gleiche Lernzeit, den gleichen Inhalt und den gleichen Weg vorsieht, wird keinem dieser 33 gerecht, ” so Moritz.

Quelle.

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