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31
Jul

(Aus Zeitgründen erst jetzt, aber besser als nie…) Unseren Sommerurlaub verbrachten wir dieses Jahr gemeinsam mit meinen Eltern und meiner Schwester in Moskau. Während in Deutschland Temperaturen unter 20° C herrschten und der Wind die Regentropfen nur so durch die Gegend trieb, waren wir in Moskau froh, wenn es mal weniger als 30° C waren – was selten der Fall war…Für eine schöne Städtereise mit vielen spannenden Besichtigungen eher nicht ideal, aber man kann das Wetter eben nicht ändern. So haben wir uns versucht damit abzufinden und immer fleißig geduscht und viel getrunken…

Der Regenschirm wurde für eine Woche zum Sonnenschirm umfunktioniert…

Da wir eine gute Reiseleitung (= mein Vater, der in Moskau studierte) dabei hatten, blieb uns keine Sehenswürdigkeit oder versteckte Attraktion verborgen. Moskau besticht durch seine monumentalen und historischen Bauwerke aber auch durch viele gut gepflegte Parkanlagen in denen man die Zeit verbringen kann.

Lomonossow Universität

Internetkabel im Wohnheim der Uni…

Für uns “Dorfmenschen” ist Moskau ein richtiges Abenteuer gewesen. Das fing beim täglichen Metro fahren an (sehr sehenswerte Metrostationen!) ging weiter mit unsäglichem Lärm, der auch nachts nicht abebbte, Massen an Fahrzeugen die sich über die Straßen schieben und Fahrweisen die einem kurzzeitig das Herz still stehen lassen…Eine ständige Geschäftigkeit und Hektik gehören da zum Alltag. Wirklich erstaunt hat mich, wie viele Leute da zu jeder Tages- und Nachtzeit unterwegs sind. Das ist man einfach nicht gewöhnt, da hier auf dem Dorf (ja, Heidelberg ist im Vergleich zu Moskau ein Dorf) spätestens um 18 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden.

Roy und Sophia auf dem Roten Platz vor der Basilius-Kathedrale

Landeskundliche Eindrücke konnten wir ebenfalls sammeln während mehreren Besuchen bei meinem Onkel und seiner russischen Lebensgefährtin plus ihren Söhnen. Dort wurden wir mit herrlichen Köstlichkeiten, wie z.B. selbstgemachten Pelmeni, verköstigt.

Alles in allem eine sehr schöne Reise und auf jeden Fall eine Stadt die man gesehen haben sollte. Wenn man jedoch kyrillische Buchstaben nicht lesen und auch die russische Sprache nicht sprechen kann, wäre es anzuraten mit jemandem zu reisen der vorher Genanntes beherrscht. Beschilderungen in lateinischer Schrift oder gar englischer Sprache sind die absolute Ausnahme. Und besonders gut Englisch sprechen können die meisten Russen auch nicht…

Nachdem wir in Strasbourg schon Plattfüße bekommen hatten, ging es also weiter nach Baden-Baden…

Der Kurort Baden-Baden ist bekannt für heilsame Thermen, Musik und Festspiele und die berühmte Spielhalle. In der Nähe finden Pferderennen statt, die ja bekanntlich jede Menge gut betuchte Leute anziehen.

So sieht es dort auch aus. Die Stadt besteht wahrscheinlich zu 60% aus sehr gut gepflegten Grünflächen. Der Rest sind sehr noble Hotels, teure Cafes und Restaurants sowie herrliche Bauten aus vergangenen Jahrhunderten. Als Otto-Normalverbraucher kommt man sich sehr – na ja, normal vor! :)

Leider spielte auch hier das Wetter nicht mit. Alle 5 Min. (und das ist nicht übertrieben) fing es an zu gießen wie aus Eimern, danach schien für 5-10 Min die Sonne. So ging das den ganzen Tag…Zwischendurch hat es noch kurz gehagelt und gestürmt wie verrückt. Trotzdem haben wie uns die Stadt angeschaut und auch hier ein paar tolle Caches gefunden! :)

In einem Moment ohne Regen, dafür mit blauem Himmel schnell mal ein Foto geschossen.

Geschlafen haben wir in einer niedlichen Unterkunft, in der wir wahrscheinlich den Altersdurchschnitt mal ordentlich gesenkt haben. Die Klientel war auch eher fein und etwas spießig. Ohne Absatzschuhe kam man sich beim noblen Frühstücksbuffet etwas fehl am Platz vor! Aber geschmeckt hat es trotzdem :)

Vor der Abreise von Baden-Baden und dem Anflug auf das letzte Ziel Rastatt sind wir noch zum Geroldsauer Wasserfall mitten im herrlichen Schwarzwald gefahren. Ein schönes Fleckchen mit eiskaltem Wasser :)

Erstmal ein kleiner Neben-Wasserfall…

…und der “Haupt”-Wasserfall (im Hintergrund) :)

Nach der Erfrischung im Wald ging es auf zur letzten Station auf der Reise – nach Rastatt…Diesmal war das Wetter ok. Es hat zumindest nicht geregnet. Hier haben wir noch ein paar Caches angeschaut und sind durch die Stadt spaziert. Endlich konnte man sich bei einigen kleinen Sonnenstrahlen auch am herrlichen Frühlingssprießen erfreuen…Mein Lieblingsbaum des Frühlings:

Danach gings ab nach Hause. Wir hatten eine tolle Zeit, weniger tolles Wetter – aber was solls! Und die nächsten Tage legen wir die Füße etwas hoch :) Die tun weh vom vielen Laufen…

Über Ostern haben wir uns eine Auszeit vom Alltag genommen und sind verreist. Da ich die ganzen Ferien an meiner “tollen” schriftlichen Arbeit sitze, fiel mir allmählich die Decke auf den Kopf. Deswegen ging es Karfreitag für zwei Tage nach Strasbourg in Frankreich. In dieser wunderschönen Stadt besichtigten wir bei reichlich Regen, Wind und Kälte allerlei Sehenswürdigkeiten. Geholfen haben uns dabei jede Menge Geocaches, die uns an besondere Orte führten.
more…

Nachdem das Semester erfolgreich beendet war, habe ich mir ein paar Tage ganz in Familie gegönnt. Dazu ging es vergangenen Sonntag per Flugzeug nach Berlin zu meinem Onkel Holger, der an diesem Tag Geburtstag feierte. Die Schneemassen in Berlin waren schier ungeheuerlich. Besonders auf den Nebenstraßen merkte man, dass die Berliner mit Schnee und seiner Handhabung sonst nicht allzu viel zu tun haben…Die Gehwege waren kaum besser dran und so wurde manch ein Spaziergang zur unschönen Rutschpartie. Die Hosenbeine waren bis zu den Knien gut gesalzen und feucht…Auf dem Programm stand eigentlich die Reichstagskuppel, aber nachdem 10 Min bevor wir kamen ein Eisbrocken hinuntergerutscht war, hat die Polizei die Kuppel gesperrt. Toll, wie immer wenn ich in Berlin bin, ist die Kuppel nicht begehbar…

Die zugefrorene Spree in Berlin, im Hintergrund der Fernsehturm

In Berlin haben wir (= meine Eltern und meine Schwester) uns am Montag eine Eisfigurenausstellung von chinesischen Künstlern angeschaut. Sehr empfehlenswert, aber jetzt leider vorbei. Wer konnte auch damit rechnen, dass es Ende Februar immer noch kalt genug ist in Berlin?!

Das Brandenburger Tor aus Eisblöcken

Nach der eisigen Ausstellung ging es auf direktem Wege weiter nach Kiel. Dort wartete schon mein Bruder, samt Freundin und Neffe auf uns.

Junes und sein Opa Ralf, Junes liebt es an Fingern herumzuknabbern, hier eine Attacke auf Opas Daumen

Bis Donnerstag sind wir in Kiel verblieben. Das Wetter war so wie ich es mir (vor allem an meinem Geburtstag) gewünscht habe – kalt aber sonnig (größtenteils). Wir haben die herrliche Seeluft genossen bei langen Strandspaziergängen. Allerdings war kein Krümmel Sand zu sehen, da in Kiel mindestens 40-50cm Schnee liegen. Somit hatten wir auch das Vergnügen Teile der Ostsee zu begehen, da sie zugefroren war. Das Schieben des Kinderwagens gestaltete sich auf den teilweise überhaupt nicht geschurten Wegen schwierig. Haben uns aber durchgekämpft und Junes in den Schlaf geschaukelt. Den Rest der Zeit haben wir ihn bespielt so gut es ging, diskutiert wer ihn als nächstes halten darf, wer ihn schon am längsten hatte, wer ihn ausziehen/wickeln darf und und und. Dafür war er abends todmüde und hat 8h durch geschlafen…

Der Kieler Hafen vor Jans Institut, im Wasser schwimmen Eisschollen

Schneedüne mit Schwänen im Hintergrund

Ostseeküste im Schnee versunken

Fazit der Woche: ich bin innerhalb von 5 Tagen in Stuttgart, Berlin, Kiel, Halle, Leipzig und Heidelberg gewesen, hab meinen Neffen endlich persönlich kennengelernt und für dieses Jahr genug Schnee gesehen. Außerdem bin ich wieder ein Jahr älter geworden und muss mich nun ein Jahr mit einer mir äußerst verhassten ungeraden Jahreszahl rumschlagen… :)

Junes und Tante Ireen :)